Einleitung
I Geschichte
II Systemkritik
III Lösungsansätze
IV Fazit
Appendix
Einleitung
In den letzten 3 Jahrhunderten hat der Mensch einen enormen Wohlstand erreicht. Differenziert betrachtet in 2/3 der Welt nur einen Bruchteil dessen was der Europäer oder Nordamerikaner als normal ansehen würde.
Nichtsdestotrotz hat ein durchschnittlicher Bürger mittlerweile in Europa den materiellen Status eines Monarchen um 1700. Viele Findige Köpfe halfen mit unterschiedlichen Beiträgen unsere Produktivität immer weiter zu steigern.
Wir sind aber an einem Punkt angelangt, wo wir uns fragen sollten ob eine weitere Produktivitätssteigerung noch Sinn macht oder vielleicht so gar kontraproduktiv sein könnte.
Denn in vielen Wirtschaftsbereichen geht eine Produktivitätssteigerung einher mit starken Eingriffen in unser Ökosystem.
Wir sollten daher hinterfragen ob mehr auch immer besser ist.
Diverse junge Ökonomen setzen sich mittlerweile mit einer Reduktion der Wirtschaftsleistung auseinander. Ob selbige das Potential hat die globale Erwärmung zu stoppen sei dahingestellt. Die Richtung der Forschung ist aber sicher nicht verkehrt.
Ein mathematisch sehr begabter Kopf, der leider unlängst verstorben ist, hegte Zweifel daran das es dem Menschen gelingen wird das Ökosystem wieder zu stabilisieren.
– Zitate: (1+2)
„Es ist nicht klar, das Intelligenz irgendeinen längerfristigen Überlebenswert hat.“
„Wir laufen Gefahr, uns aus Gier und Dummheit selbst zu zerstören.“
Dennoch sollten wir nichts unversucht lassen den Planeten auch für zukünftige Generationen bewohnbar zu hinterlassen. Viele Bereiche der Wirtschaft haben bereits eingelenkt – Stichwort carbon footprint – Co2 Fußabdruck- und auch das Bewusstsein der Bevölkerung hat sich gewandelt.
Recycling war vor 50 Jahren noch kein Thema und Umweltschonende Produkte gab es kaum. Heute gibt es gesetzlich verankerte Vorschriften zur Mülltrennung. Und jedes Zweite Produkt wird bereits als Nachhaltig angepriesen auch wenn viele es nicht sind.
Der technologische Fortschritt hat uns weit gebracht und kann uns vielleicht auch beim Klimaschutz helfen. Wichtig ist aber eine Kehrtwende beim materiellen Verlangen nach nutzlosen Gütern und der Gier nach immer höheren Profitraten.
Beispiel:
Ein junger 25jähriger Mann fährt mit dem Auto 10km in der Großstadt ins Fitnesscenter, parkt in der Tiefgarage und fährt mit den Lift in den 7 Stock.
Dort steigt er auf ein Trainingsrad und fährt 10 km Rad dann steig er auf dem Stepper noch 20 Minuten Stufen.
Er hätte in der Großstadt auch mit dem Rad ins Fitnesscenter fahren können und statt dem Lift die Treppen benutzen können.
Fazit wir haben ein gigantisches Einsparungspotentialnur nur sehen wir es nicht mehr.
– 0 –
I. Geschichte
Wie sind wir zu unserem Wohlstand gekommen?
Ein Eckpfeiler war der Ackerbau mit der 3 Felderwirtschaft um das Handwerk und den Handel dank Nahrungsmittelüberproduktion überhaupt erst zu ermöglichen. So konnten sich Gilden für Handwerk und Handel aus der Nahrungsmittelüberproduktion und dem daraus resultierenden Bevölkerungswachstum entwickeln.
Auch wenn heute in den meisten Länder nur noch um die 2% der Wirtschaftsleistung im Agrarsektor erwirtschaftet werden, ist es nicht verwunderlich das die führenden Wirtschaftsnationen auch heute noch,dem historischen Kontext geschuldet, hauptsächlich in den gemäßigten Zonen zu finden sind, die ausreichen Nahrung herstellen konnten und können, durch ihre fruchtbaren Böden.
| Graphik: Agrarsektoroutput in Prozent vom | |||
|---|---|---|---|
| Bruttoinlandsprodukt der EU | ⇒ | ||
| 2000 | 2.5 | 4.1 | 3.5 |
| 2005 | 2 | 3.1 | 3.3 |
| 2010 | 1.8 | 2.6 | 3.3 |
| 2015 | 1.8 | 3 | 2.8 |
| 2020 | 1.8 | 3.1 | 2.9 |
| Eu-27 | Spanien | Polen |
Ein kurzer Zeitraffer der Wirtschaftsgeschichte der letzten 300 Jahre. (nicht unbedingt in chronologischer Reihenfolge)
Aktienmärkte entstanden und ermöglichten eine einfachere Kapitalbeschaffung für Unternehmen.
- 1276 Brügge
- 1414 Antwerpen
- 1531 Toulouse
Adam Smith 1723- 1790 schreibt „the wealth of nations“

Kein einzelner Marktteilnehmer strebt direkt danach das Gemeinwohl zu maximieren, jeder will nur seinen Bedarf (Profit) decken. Und dennoch führe der Marktmechanismus durch seine unsichtbare Hand zum Volkswirtschaftlichen Optimum.
David Riccardo 1772- 1823 schreibt über den komparativen Kostenvorteil.
Außenhandel lohnt sich für alle Volkswirtschaften wenn es die Produkte mit den geringsten absoluten Kostennachteilen selbst herstellt und die übrigen Güter im Austausch bezieht.
| Auswirkungen des Außenhandels nach David Ricardo | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| ohne Handel | |||||
| England | Portugal | ||||
| Anzahl der Arbeiter | Output | Arbeitsproduktivität | Anzahl der Arbeiter | Output | Arbeitsproduktivität |
| 100 | 1000 Tuch | 10 Tuch/Arbeiter | 90 | 1000 Tuch | 11,11 Tuch/Arbeiter |
| 120 | 1000 Wein | 8,33 Fässer/Arbeiter | 80 | 1000 Wein | 12,5 Fässer/Arbeiter |
| 220 | 2000 Tuch/Wein | ⌀ 9,09 Einheiten/Arbeiter | 170 | 2000 Tuch/Wein | ⌀ 11,76 Einheiten/Arbeiter |
| ⇒ | ⇒ | ||||
| mit Handel | |||||
| England | Portugal | ||||
| Anzahl der Arbeiter | Output | Arbeitsproduktivität | Anzahl der Arbeiter | Output | Arbeitsproduktivität |
| 100 | 1000 Tuch | 10 Tuch/Arbeiter | 90 | 1125 Wein | 12,5 Fässer/Arbeiter |
| 120 | 1200 Tuch | 10 Tuch/Arbeiter | 80 | 1000 Wein | 12,5 Fässer/Arbeiter |
| 220 | 2200 Tuch | ⌀ 10 Tuch/Arbeiter | 170 | 2125 Wein | ⌀ 12,5 Fässer/Arbeiter |
Man sieht durch die Arbeitsteilung und den Handel der beiden Nationen können 200 Rollen Tuch und 125 Fässer Wein zusätzlich produziert werden mit den vorhandenen Arbeitern.
Portugal hatte Vorteile in der Portweinproduktion und spezialisierte sich darauf, der Außenhandel blühte auf. Holland spezialisierte sich quasi auf den Handel selbst (Indien/China) und wurde zur wirtschaftlich stärksten Nation im 18 Jahrhundert, ohne auch nur nennenswerte Ressourcen zu besitzen.
Durch Arbeitsteilung und diverse technische Errungenschaften entstand die Industrielle Revolution.
- 1712 Dampfmaschine
- 1804 Eisenbahn
- 1775 Strom Edison/ Tesla
- 1876-84 Verbrennungsmotor Otto
- 1941 Computer Konrad Zure
- 1969 Internet Cert Kahn
- 1863- 1947 Fließbandfertigung Henry Ford
Danach jagte ein technischer Fortschritt den nächsten, ein kurzer Produktivitätsvergleich zeigt das die Weltbevölkerung in den letzten 300 Jahren ihre Wirtschaftsleistung mehr als verhundertfacht hat, wohingegen die Bevölkerung sich nur ungefähr verzehnfacht hat.
- 1700 Weltbevölkerung 600 Mio
- 2008 Weltbevölkerung 6.700 Mio
Diverse technische Geräte im Haushalt ermöglichten die Arbeitsaufnahme der weiblichen Bevölkerung und erhöhten so die Produktivität bis heute weiter erheblich.
Daten von Angus Maddisonn The World Economy 2007
| 1700 | 1820 | 1913 | 1973 | 1989 | 2008 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Austria | 2483 | 4104 | 23451 | 85227 | 124791 | 198004 |
| United_Kingdom | 10709 | 36232 | 224618 | 675941 | 940908 | 1446959 |
| United_States | 527 | 12548 | 517383 | 3536622 | 5703521 | 9485136 |
| China | 82800 | 228600 | 241431 | 739414 | 2051813 | 8908894 |
| World | 371428 | 694598 | 2733365 | 16022888 | 26576359 | 50973935 |
| In 1990 internationale Dollar BIP in Mio Kaufkraftbereinigt | ⇒ | ⇒ |
Man sieht um 1700 betrug die Weltwirtschaftsleistung 371.428 Millionen Dollar im Jahr 2008 erreichten wir bereits 50.973.935 Millionen Dollar.
Niederländische Bauernstube 1661 Rijksmuseum

Lebten um 1700 noch circa 80 Prozent der Menschen von der Landwirtschaft wurde ebenfalls durch den technischen Fortschritt dieser Wert heute auf wenige Prozent minimiert. Nur noch 1,8 % des Bruttoinlandsproduktes wurden 2020 in der EU im Agrarsektor erwirtschaftet.
Aber auch andere Aspekte der Menschen wie die Lebenserwartung konnten signifikant verbessert werden. Die Lebenserwartung stieg von 30 Jahren um 1700 auf mehr als das doppelte heute, ungefähr 70 Jahre, global betrachtet. Der medizinische Fortschritt mit Hilfe von Hygiene und Pharmazie machte selbiges möglich.
Ebenfalls die Nahrungsmittelpalette konnte immens vergrößert werden. War 1700 noch geprägt von Hungerkrisen und mussten noch ¾ des Einkommens für Nahrung, welche hauptsächlich aus Getreide, Bohnen und Fleisch bestand, ausgegeben werden, zeichnet sich heute ein ganz anderes Bild. Absolute Luxusartikel im 18 und 19 Jahrhundert wie Kaffee, Tee, Tabak, Zucker und Schokolade sind mittlerweile für jeden erschwinglich. Jeder durchschnittliche europäische Supermarkt verfügt heute über 12.000 Artikel.
Fast jeder Haushalt in der EU verfügt heute über :
Radio, Fernseher, Computer, Internet, Auto, Heizung, Herd, Waschmaschine, Kühlschrank, Geschirrspüler, Handy, Telephon, Toilette und warmes fließendes Wasser.
Um 1700 hätte man Unmengen an Bediensteten und finanziellen Mitteln benötigt um den heutigen Standard eines durchschnittlichen Haushalts zu erreichen. Siehe Bild
Leider fällt den meisten Menschen aber nicht mehr auf wie gut es ihnen geht.
Die Menschen sehen nur was sie nicht haben und streben nach immer mehr materiellen Gütern, weil zum Beispiel der Nachbar ein tolles neues Auto erworben hat, denkt der Familienrat leider all zu oft, auch er braucht ein neues tolles Auto. Man will auf nichts verzichten, auch wenn die Produkte oft, weder benötigt, noch wirtschaftlich sinnvoll sind.
Zusammenfassung:
Produktivitätssteigerung im Agrarsektor ermöglichte Bevölkerungswachstum (1700Jhd 600Mio/Welt) ermöglichte
→ Spezialisierung
→ Arbeitsteilung
→ Handel
→ Kapitalmärkte
→ Industrialisierung
→ Technische Innovationen
Infrastruktur
stabile Rahmenfaktoren
Rechtssicherheit
keine Kriege
→ HEUTE
– I –
II. Systemkritik
So faszinierend unsere Wohlstandssteigerung auch sein mag, sie ist offensichtlich nicht sonderlich zuträglich für unsere Umwelt.
Der Klimabericht der UN (IPCC) zeichnet ein verheerendes Bild, durch den erhöhten Co2 Ausstoß (Treibhausgas Nummer eins) kommt es zu einer Erderwärmung.
Seit Beginn der Industrialisierung werden immer mehr Kohlendioxid, Methan und andere sogenannte Treibhausgase in die Atmosphäre transportiert. Je mehr Treibhausgase sich dort befinden, umso weniger langwellige Wärmestrahlung gelangt in den Weltraum und umso stärker und schneller heizt sich die Erde auf.
Ohne Treibhausgase hätten wir Temperaturen auf der Erdoberfläche zwischen 0 und minus 18 Grad.
Zuviel Co2 löst aber leider Kettenreaktionen aus:
→ Anstieg Lufttemperatur
→ Eisschmelze
→ Anstieg des Meeresspiegels
→ Erwärmung der Meeresoberfläche
höhere Lufttemperaturen können dann mehr Feuchtigkeit speichern. Feuchte Luftmassen verstärken wiederum den natürlichen Treibhauseffekt.
→ mehr feuchte Luftmassen
→ häufigere extreme Wetterereignisse
→ Klimawandel
War der Co2 Ausstoß früher zum Großteil auf die Produktion zurückzuführen ist es heute wie folgt verteilt.

Wir sollten daher vielleicht unseren derzeitigen Lebensstil hinterfragen. Benötigen wir wirklich all diese Güter und Dienstleistungen?
Viele dieser Produkte sind oft nicht einmal mehr sinnvoll. Ein Beispiel aus der Fahrradmechanik:
Der Antrieb hat sich kontinuierlich weiter entwickelt von einem Gang an der hinteren Nabe bis zu heute 14 Gängen. Bis zum 9ten Gang ist auch eine Nutzenoptimierung merkbar, eine bessere Nutzlastverteilung, aber der 10te Gang ist nur noch „nice to have“ nicht mehr notwendig. Der 11 Gang und alle Weiteren sind Sinnfrei. Die Kette wird dünner die Produktionskosten damit höher, der Verschleiß ebenso, wobei der bessere Wirkungsgrad der einzelnen Gängen vernachlässigbar ist.
Ähnliche Beispiele gibt es wahrscheinlich in jeder Branche zum Beispiel bei den TV -geräten wetteifern die Hersteller mit immer besseren Auflösungen, die das menschliche Auge wahrscheinlich gar nicht mehr mitbekommt. Die PKW Brache versucht immer höhere PS Stärken ohne Brauchbaren Nutzen (Höchstgeschwindigkeiten) zu verkaufen.
Ein weitere Problematik ist das Unternehmen gerne Produkte entwickeln die Folgekosten generieren, so zum Beispiel der Staubsauger, bis Dyson kam, sah und siegte. Plötzlich war kein Staubsaugerbeutel mehr notwendig.
Manche Produkte sind überhaupt als Wegwerfprodukt konzipiert, wie die beschichtete Alupfanne. In keiner guten Gastronomie Küche wird mit beschichteten Pfannen gearbeitet, verschleißfreie und haltbare Edelstahlpfannen werden verwendet.
Auch werden viele Produkte bewusst minderwertig hergestellt oft in Hinsicht auf die Kostenoptimierung aber auch um den Produktlebenszyklus zu verkürzen um Folgeprodukte zu verkaufen. Schuhe aus den 60er/70er Jahren halten oft noch immer wohingegen die meisten heutige Schuhe schon nach wenigen Jahren in den Müll wandern.
Ebenso verhält es sich bei vielen Produkten, noch ein Beispiel aus der Fahrradtechnik, Fahrräder aus den 60er/ 70er Jahren sind oft noch heute unterwegs. Die Räder sind komplett restaurierbar, mit relativ einfachen Mitteln. Die heutigen Fahrräder sind oft so billig produziert das selbst bei geringen Schäden eine Neuanschaffung mehr Sinn macht als das Rad zu reparieren. Was natürlich nicht wirklich Ressourcen schonend ist aber die Profitoptimierung steht noch immer auf Platz eins der Unternehmen.
Es werden in Elektrogeräten gerne minderwertige Kondensatoren verbaut, obwohl die Kosten nur minimal höher wären bessere Kondensatoren zu verwenden und die Lebensdauer des Produktes erheblich verlängern würden.
Dieses Fehlverhalten der Industrie nennt sich geplante Produktobsoleszenz und wird von den Produzenten selbstredend bestritten.
Aus den genannten Kritikpunkten sollte man sich fragen ob Profitstreben (Gier) ein brauchbares Motiv für nachhaltiges Wirtschaften ist.
Eine weitere Problematik, Mechaniker die nur Verdienen wenn das KFZ nicht funktioniert und Ärzte nur wenn der Patient krank ist, haben somit wenig Anreiz das Fahrzeug oder den Patienten zu heilen/ reparieren, da dann keine Geldzahlungen mehr geleistet werden.
Gemüse wird um die Haltbarkeit und Hygiene zu erhöhen noch immer gerne in Plastik verpackt und kommt auch gerne mal aus einem anderen Kontinent, zu Lasten unserer Umwelt.
Der Konsum wird mit Hilfe von Werbung und den Hauptmotiven Neid und Glück, künstlich weit über einem notwendigen Niveau gehalten, um Produktivitätssteigerungen präsentieren zu können die in Bälde niemandem mehr etwas bringen werden.
David Riccardos Komparativer Kostenvorteil in aller Ehren wenn dadurch aber Megatonnen von Gütern um denn halben Globus geschifft werden, geht der monetäre Gewinnzuwachs eindeutig zu Lasten unserer Umwelt, durch das erhöhte Transportaufkommen.
Da unsere Konsumgesellschaft mittlerweile am Zenit dessen was notwendig wäre angekommen ist, Beziehungsweise weit darüber hinaus ist, in manchen Wirtschaftsspaten, Stichwort 3 Fernseher und 3 Autos pro Haushalt, werden neue Absatzformen Konsumformen gesucht. Ein Trend der sich entwickelt hat ist das Reisen, die Destinationen müssen möglichst luxuriös und exotisch sein um damit Zuhause noch angeben zu können. Zum Glück konnte die Pandemie, so mühsam sie auch war, diesen Trend vorübergehend Einhalt gebieten.
Eine weitere Problematik im Kampf gegen den Klimawandel ist das zur Zeit für viele Personen in den gemäßigten Zonen die zugleich Hauptverursacher für den Co2 Ausstoß sind, der Klimawandel erst einmal positiv wahrgenommen wird. Es ist im Frühjahr schneller warm und im Herbst länger schön. Man muss weniger heizen und kann länger im Freien bleiben.
Die Folgen von Hitzeschäden in den südlicheren Ländern sind den Menschen nicht klar bewusst. Das selbige Schäden natürlich den Anstieg von dort angebauten Lebensmitteln negativ beeinflussen werden, ist von normalen Bürgern oft nicht nachzuvollziehen.
(Ernteausfall Mittelmeer Olivenöl 2023)
– II –
III. Lösungsansätze
Wie nun unsere Treibhausgase senken? Möglichst wenig produzieren, möglichst wenig transportieren?
Um den Konsum zu verringern könnte man bei der Werbung anfangen und selbige für klimaschädliche Produkte verbieten, wie man das auch schon in der Vergangenheit für gesundheitsschädliche Produkte gemacht hat. Es gibt keine Werbung mehr für Alkohol und Zigaretten, so sollte man auch zum Beispiel Werbung für Flüge, Fernreisen, Autos und Motorräder verbieten. In Zeiten des Internets und der Informationsgesellschaft kann mittlerweile jeder Konsument mit wenig Aufwand, seine Produkte finden und vergleichen, daher könnte man auch über eine komplett werbefreie Gesellschaft nachdenken.
Auch viele Finanzderivate (Produkte) erfüllen nur noch den Zweck des Zockens und sollten eingestellt werden. Die Kapitalmärkte sollte auf jeden Fall überarbeitet werden und wenn möglich auf das Notwendigste reduziert werden, die Finanzierung für Unternehmen.
Des weiteren sollte man Produkte so haltbar wie möglich machen, bauen oder konstruieren. Fahrräder aus den 70ern halten noch immer, natürlich ist die Technik veraltet aber sie erfreuen sich immer noch großer Beliebtheit und bringen unzählige Studenten von A nach B.
Eventuell sollte man gewisse Produkte nicht mehr verkaufen sondern nur noch vermieten. Bei einem schadhaften Produkt zahlt der Kunde dann nicht mehr. Das würde die Hersteller dazu anhalten nur noch lang haltende Produkte herzustellen.
Man könnte auch im Gesundheitswesen und Werkstätten ein ähnliches System einsetzen. Der Arzt oder die Werkstatt bekommt nur bei gesundem Patienten, Beziehungsweise Produkt Geldleistungen. Bei Krankheit oder schadhaftem Produkt werden die Zahlungen(Miete) eingestellt und der Arzt oder die Werkstatt sind nun motiviert den Kunden schnell zu heilen oder reparieren. Zur Zeit verdient ein Arzt nur an kranken Patienten und ein Mechaniker nur bei einem schadhaften Fahrzeug.
Eine weitere Möglichkeit den Co2 Ausstoß zu reduzieren ist es den Transport zu verringern, für Produkte wie auch für Personen. Man könnte den Handel und die Produktion von Gütern im lokalen Bereich fördern durch Bezeichnung des Transportweges.
Alle Produkte bekommen ein Label etwa um den Preis.
-19- grün hinterlegt bedeutet das Produkt wurde innerhalb von 500 km produziert
-123- schwarz hinterlegt bedeutet zum Beispiel das Produkt wurde innerhalb von einem Radius von 5.000km produziert
(selber Kontinent)
-915- rot hinterlegt das Produkt hat mehr als 5.000km zurückgelegt UND IST KLIMASCHÄDLICH
Der Konsument sieht nun ob das Produkt Klimaschädlich ist und wird vermehrt Produkte mit geringen Transportwegen nachfragen.
Auch den Personentransport bei Langstreckenflügen sollte man einschränken und Kraftfahrzeuge in Städten nur noch zu Transportzwecken zulassen. In Hinsicht auf den geringen Wirkungsgrad von KFZ von 20% sollte man Fahrräder und den öffentlichen Nahverkehr fördern.
Es gäbe weniger Lärm und Schadstoffbelastung in den Städten ohne Verkehr, die Straßen könnten umfunktioniert werden zu Grünflächen, Fahrradwegen und Fußgängerzonen.
Als zentralen Punkt könnte man aber das monetäre System ergänzen und in Folge vielleicht sogar gänzlich abschaffen. Statt Geld oder zusätzlich zum Geld bekommt jeder Mensch weltweit ein jährliches Co2 Guthaben zur Verfügung, mit dem Produkte und Dienstleistungen erworben werden können. Die Produkte und Dienstleistungen müssten ausgepreist werden weg von monetären Werten, hin zu ihrem tatsächlichen Co2 Fußabdruck.
Kein Mensch sollte mehr als das doppelt seines Co2 Guthabens verbrauchen dürfen. Da natürlich ein Handel mit den Co2 Guthaben/Einheiten stattfinden wird. Durch eine weltweite Co2 Währung gäbe es kein Lohngefälle mehr und weniger Transport da die Produktionskosten, bedingt durch die gestiegenen Lohnkosten, sich annähern werden.
Eine andere Möglichkeit statt einer Co2 Währung, könnte ein Kontingent für Energie pro Bürger darstellen. Da der Energiesektor den größten Anteil am Co2 Ausstoß hat würde man direkt bei der verursachenden Quelle ansetzen. Der Konsument könnte noch immer alle möglichen Produkte kaufen aber für deren Betrieb gäbe es ein Limit für Strom und die diversen Brennstoffe.
Durch diese Maßnahmen könnte man die Arbeitszeiten der Bevölkerung sicher stark reduzieren. Wir hätten weniger Produktion und Verkehr, eventuell keine Werbung mehr, dafür langlebigere und sinnvollere Produkte und erheblich mehr Freizeit.
– III –
IV Fazit
Das Wirtschaftssystem mit seiner unsichtbaren Hand, dem Marktmechanismus, hat uns weit gebracht. Um 1700 siehe Deckblatt war das Leben ein anderes, die Bürger hatten nicht einmal fliesendes Wasser oder Strom. Die Marktwirtschaft verhalf uns zu unserem heutigen Wohlstand.
Dieses System aber, haben wir selbst erschaffen und daher ist es nur legitim es zu unserem Nutzen abzuändern, wie es uns beliebt. Das Konstrukt soll uns bei der Waren und Dienstleistungs- Verteilung dienen sowie bei der Ressourcenoptimierung.
Das einige Aspekte aus dem Ruder gelaufen sind wurde aufgezeigt. Der Konsument im Hamsterrad der Werbung und Konzerne dient zur Zeit dem System. Es sollte aber das Konstrukt dem Menschen dienen.
Die vorgestellten Ideen sind zum Großteil bereits ausformuliert aber der Wille sie umzusetzen ist noch sehr gering. Zu lange hat uns das System gute Dienste erwiesen und demnach ist die Angst groß vor Änderungen die das Konstrukt kollabieren lassen könnten.
Fakt ist aber das Gier ein schlechtes Motiv ist um mit Ressourcen umzugehen. Und uns muss klar sein das unsere wichtigste Ressource unser Lebensraum ist.
Das notwendigste Gut für uns ist die Nahrung und die wird von nicht einmal 2% der Wirtschaft produziert. Ein Dach über dem Kopf wäre auch noch nett aber etwa 80 Prozent der Wirtschaftsleistung sind optional. Nicht notwendig um zu überleben, siehe Entwicklungsländer. Die Menschen dort leben oft nur von einem Bruchteil der Ressourcen die ein Europäer oder US Bürger verbrauchen.
In Zukunft sollten nicht alle den Status eines reichen Weltbürgers haben, sondern die westlichen Menschen sollten lernen ihren Verbrauch einzuschränken. Es wird uns dadurch aber nicht wirklich schlechter gehen, da der materielle Wohlstand schon so immens angestiegen ist in den letzten 300 Jahren das wir mit einem neuen Standard immer noch sehr gut leben werden können, denn Konsum macht nicht glücklich.
Möglicherweise ohne Heidelbeeren aus Peru und ohne Fernflüge nach Australien aber mit ausreichend Nahrung und lebensnotwendigen Produkten und vielleicht nur einem Fernseher pro Haushalt dafür aber mit mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben.
– IV –
Appendix
Zitate:
Zitat 1+2: Stephen Hawking
Bildnachweise:
Graphik: Agrarsektoroutput in Prozent vom Bip EU
https://ec.europa.eu/eurostat/databrowser/bookmark/97be5707-fdba-4527-b11d-0a12317c2e4f?lang=en
Graphik: Adam Smith
https://de.wikipedia.org/wiki/Adam_Smith#/media/Datei:AdamSmith.jpg
Graphik: David Riccardo
https://de.wikipedia.org/wiki/David_Ricardo#/media/Datei:David_Ricardo(1).jpg
Tabelle: Ricardo England/Portugal
https://de.wikipedia.org/wiki/Ricardo-Modell
Niederländische Bauernstube: Adriaen van Ostade 1610-1685
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/08/Adriaen_van_Ostade_-_A_Peasant_Family_in_a_Cottage_226N09102_652ZQ.jpg
Daten von Angus Maddisonn The World Economy 2007
Treibhausgasemissionen der EU nach Sektoren

